Wie viele Mitarbeiter haben wir? Yerodin fragt das seit drei Wochen. Antworten bekommt er durchaus, nur jedes Mal eine andere Zahl, und keine davon kommt mit einer Begründung, warum ausgerechnet sie die richtige sein soll. In den Systemen fehlt dabei nichts, keine Zeile und kein Status, und trotzdem fehlt etwas — es hat nur nie jemand aufgeschrieben, weil es nie jemand entschieden hat.
Wie viele Fahrzeuge nutzt der Vertrieb? Das ist die Sorte Frage, die man für erledigt hält, bevor man sie überhaupt gestellt hat. In der Tabelle steht schließlich, welche Person zu welchem Fahrzeug gehört — gepflegt, überall gefüllt, sieht gut aus. Sie sagt nur nicht, ob die Person den Wagen zugewiesen bekommen hat oder ob sie ihn gefahren ist — und davon hängt die Antwort ab.
In den meisten Projekten steht die erste Tabelle schneller als die erste Definition. Verständlich — eine Tabelle kann man zeigen, über eine Definition muss man sich erst einigen. Und an dieser Einigung hängt, ob am Ende Antworten herauskommen oder Zahlen, über die drei Abteilungen streiten.
„Michael, ich habe eine einfache Frage." Silvia Seven, CFO von FastChangeCo, schiebt das Projektstatusdeck beiseite. „Wie viele Projekte haben in den letzten zwei Jahren das Thema ‚Kunde' von Grund auf neu definiert?" Michael Mueller schluckt. Er kennt die Antwort. Und sie ist unangenehm.
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